- Ulrich H.J. Körtner, Reine Glaubenssache. Über Gottvertrauen und Möglichkeitssinn, Leipzig 2026
Ohne Vertrauen ist menschliches Leben nicht möglich. Permanentes Misstrauen hindert am Leben. Die Behauptung, Vertrauen sei gut, Kontrolle aber besser, führt in einen Kontrollzwang, der schlussendlich jede Freiheit verunmöglicht. Ob unser Grundvertrauen ganz in der Immanenz aufgehen kann oder aber selbst bei Materialisten, Naturalisten und überzeugten Atheisten von einem uneingestandenen ontologischen Überschuss zehrt, ist eine Streitfrage, die in einer Zeit der religiösen Indifferenz neue Dringlichkeit gewinnt. Glauben ist Sinn für das Mögliche, das in Gott als der Alles bestimmenden Wirklichkeit seinen letzten Grund hat.
Die Essays des vorliegenden Bandes loten aus, was es bedeutet, im Vertrauen auf Gott zu leben, mag solches Gottvertrauen auch nur so klein sein wie ein Senfkorn und sich manchmal nur zu dem Stoßgebet durchringen: “Ich glaube; hilf meinem Unglauben!”
- Ulrich H.J. Körtner (Hg.) Christliche Ethik - evangelische Ethik? Das Ethische im Konflikt der Interpretationen, Neukirchen-Vluyn 2004. 2. Auflage nun: Göttingen 2026.
Das Phänomen des Ethischen ist dem Konflikt der Interpretationen ausgesetzt. Er äußert sich nicht nur in ethischen Kontroversen, sondern auch als Konflikt ethischer Grundkonzeptionen und Menschenbilder. Verstärkt wird in jüngster Zeit über das spezifische Profil evangelischer Ethik und Urteilsbildung nachgedacht. Die Beiträge dieses Buches konfrontieren entsprechende Bemühungen mit der provokanten These R. Bultmanns, es gebe gar keine christliche Ethik, sofern darunter einer Theorie über das verstanden werde, was Christen zu tun und zu lassen haben.