English version below.
Unter Leitung von Prof. Dr. Annette Schellenberg-Lagler untersucht das Projekt Denken der göttlichen (Nicht-)Erkennbarkeit ab Oktober 2026 wie im antiken Israel über die Frage der Erkennbarkeit Gottes gedacht wurde. Das Projekt ist Teil der DFG-Forschungsgruppe Epistemologien des Göttlichen: Auf der Suche nach den religiösen Denkstrukturen des alten Palästina/Israel (Bonn, Leipzig, Wuppertal, Wien), die nach Wissenskonstrukten über das Göttliche im antiken Israel/Palästina fragt. Im österreichischen Teilprojekt liegt der Schwerpunkt auf der Frage nach der Erkennbarkeit Gottes – ein Aspekt, der für alle Wissenskonstrukte über das Göttliche von grundlegender Bedeutung ist.
Ein Team aus drei Projektmitarbeiter*innen (Projektleiterin und zwei Doktorand*innen) untersucht verschiedene Schriften aus dem Alten Testament auf ihre Vorstellungen zur Frage, wie JHWH (sein Wirken, sein Wille usw.) erfahren, erkannt, gewusst und verstanden werden kann, warum/wie dieses Wissen von Bedeutung ist, und wo Probleme und Grenzen gesehen werden. Das Ziel des Projekts ist es, die Komplexität zu erhellen, mit der die Erkennbarkeit Gottes im Alten Testament zum Thema wird, und diese zu erklären.
Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die Unterschiede, wie im Alten Testament über die Erkennbarkeit Gottes gesprochen und gedacht wird, mit unterschiedlichen Diskursen und epistemischen Gemeinschaften zusammenhängen. Das Projekt setzt bewusst sehr breit ein, mit dem Ziel, die Komplexität und Vielfalt der Vorstellungen über die Erkennbarkeit Gottes aufzuzeigen, Vergleiche anzustellen und Unterschiede herauszuarbeiten und Verbindungen zu verschiedenen Diskursen und epistemischen Gemeinschaften zu rekonstruieren.
Die Projektmitarbeiter*innen beginnen mit detaillierten Analysen ausgewählter Schriften aus allen drei Teilen des Alten Testaments (Deuteronomium, Jesaja, Weisheitsbücher), um von hier aus dann den Blick auf weitere Schriften des Alten Testaments zu weiten und Vergleiche anzustellen.
Methodisch arbeiten die Projektmitarbeiter*innen mit den klassischen Methoden der historisch-kritischen Exegese, integrieren dabei aber auch Erkenntnisse und Forschungsfragen aus der Wissenssoziologie, der Diskursanalyse und der Frame-Semantik.
English:
Led by Prof. Dr. Annette Schellenberg-Lagler, the project Thinking About the (Non-)Knowability of God examines how the ancient Israelites thought about the question of how God can be known. The project is part of the DFG Research group Epistemologies of the Divine: In Search of the Religious Thought Structures (Denkstrukturen) of Ancient Palestine/Israel (Bonn, Leipzig, Wuppertal, Vienna), which investigates the intellectual history of ancient Israel and explores how knowledge of the divine was constructed, structured, remembered, transmitted, and expressed. In the Austrian subproject the focus is on the question of God’s knowability, an aspect which is essential for all knowledge constructions about the divine.
In a team of three (PI and two doctoral students), we investigate what beliefs various writings of the Hebrew Bible reflect about how YHWH (and his work, will, etc.) can be experienced, recognized, known, and understood, how experience and knowledge matters, and what questions were particularly contested. Our goal is to unravel and explain the complexity and diversity of how the Hebrew Bible approaches the question of God’s knowability.
We start from the assumption that the differences of how various writings approach the question of God’s knowability have to do with different discourses and epistemic communities. We choose a broad focus to show the complexity and diversity of how the Hebrew Bible approaches the question of God’s knowability, to conduct comparisons and show differences, and to reconstruct connections to diverse discourses and epistemic communities. To make the broad focus feasible, we start with in-depth studies on select writings from all three parts of the Hebrew Bible (Deuteronomy, Isaiah, wisdom books) and then expand the view for comparisons with other writings.
Methodologically, we work with the traditional methods of historical-critical exegesis but thereby also integrate insights and research questions from previous research on Hebrew thinking, the sociology of knowledge, discourse analysis, and Frame semantics.