Dissertationsprojekt
Diese Dissertation fragt nach dem Verhältnis des Theologen und Philosophen Paul Tillich zu der “Frankfurter Schule” bzw. einzelnen Mitgliedern derselben (insb. Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Leo Löwenthal, Friedrich Pollock). Der methodische Zugang ist dabei ein doppelter: Historisch-biographische Aspekte treten verzahnt mit vergleichend-systematischen auf. Inhaltlich gliedert sich die Arbeit in drei große Abschnitte. Der erste Hauptteil thematisiert die Jahre 1929-1933, in denen Tillich als Ordinarius an der Universität Frankfurt wirkte und überdies eine Diskussionsgemeinschaft mit Horkheimer, Adorno und anderen bildete. Der Nationalsozialismus zwang den thematisierten Personenkreis zur Emigration. In New York fand das Institut für Sozialforschung eine neue Heimat – und auch Tillich war in die Ostküstenmetropole emigriert. Der zweite Hauptteil (1933-1945) widmet sich den in jenen Jahren intensivierten Beziehungen Tillichs zur Frankfurter Schule, die in intellektueller Hinsicht von Nähen, doch stets auch von fundamentalen (und fruchtbaren) Differenzen geprägt waren. Während Tillich nach 1945 in den USA blieb, zogen Horkheimer, Adorno und Pollock allmählich zurück nach Europa. Dennoch blieb der Kontakt zu ihrem alten Kollegen bestehen – insbesondere zwischen Horkheimer und Tillich (aber auch zwischen Löwenthal und Tillich) kam es in den späten Jahren ihres Lebens zu einer engen Freundschaft, die im letzten Hauptteil (1945-1965) der vorliegenden Dissertation Erörterung findet.