Das Dissertationsprojekt untersucht die Korrespondenz Papst Gregors I. (590-604) mit Frauen. Im Fokus steht die systematische Auswertung der erhaltenen Briefe. Briefe dienen uns als wertvolles, schriftliches Zeugnis für persönliche Beziehungen, institutionelle Verflechtungen und kulturelle Gegebenheiten und erlauben uns die Rekonstruktion von Kommunikationsräumen. Zentral für diese Arbeit sind die 46 überlieferten Briefe an 21 Frauen, die bislang in der Forschung nur wenig berücksichtigt wurden.
Das Hauptziel der Dissertation ist die sprachliche und thematische Analyse der Briefe zu bieten und das soziale und kommunikative Netzwerk Papst Gregors I. und seiner Briefkorrespondentinnen aufzuzeigen. Hierfür werden die Briefe auf ihre sprachlichen Merkmale und dominierenden Themen untersucht, um festzustellen, welche Eigenheiten sich finden und wie sich die Sprache in den Briefen zwischen Frauen unterschiedlichen sozialen Ranges unterscheidet. Ergänzend soll durch die kartografische Darstellung des sozialen und kommunikativen Netzwerkes zwischen Papst Gregor I und seinen Briefpartnerinnen, der im Text genannten Orte sowie der thematischen Clusterung geografische Muster, regionale Unterschiede und thematische Schwerpunkte visualisiert und erkennbar werden.