Ausgehend von den aktuellen Forschungsdiskussionen zur Konfessionsbildung untersucht das Dissertationsprojekt, wie theologische und kirchenpolitische Aushandlungsprozesse in den 1580er Jahren für die lutherische Institutionsbildung innerhalb des Erzherzogtum Österreichs von Bedeutung waren. Hierzu werden die Ereignisse und Debatten im Umfeld von Lucas Bacmeisters Visitationsreise im Jahr 1580 ausgewertet. Vor allem auf der Basis der Visitationsprotokolle und der erhaltenen Korrespondenzen soll so eine Momentaufnahme des österreichischen Konfessionalisierungsprozesses in Zeiten beginnender gegenreformatorischer Maßnahmen, konfessioneller Auseinandersetzungen und fortdauernder Unklarheiten hinsichtlich der lutherischen Kirchenbildung geboten werden.
Das Projekt zielt darauf, neue Erkenntnisse zu Fragen konfessioneller Zugehörigkeit innerhalb des österreichischen Protestantismus zu liefern und so die aktuellen Debatten um die Konfessionsbildung zu konkretisieren. Nicht zuletzt soll Bacmeisters Blick auf den österreichischen Protestantismus helfen, denselben in einen überregionalen Zusammenhang einzuordnen, um die Verflechtungen des Protestantismus der frühen Neuzeit im gesamtdeutschen Raum besser zu verstehen.