Fakultäre Forschungsschwerpunkte

Zielsetzungen

Da die Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Wien in Forschung und Lehre international vernetzt ist und als einzige universitäre Forschungseinrichtung für evangelische Theologie in Österreich besonders auf Forschungsgebieten, die sich aus dem regionalen Kontext ergeben, eine führende Rolle spielt, ist ihre Forschungsstrategie für die kommenden Jahre darauf ausgelegt,

  • ein fokussiertes Forschungsprofil zu entwickeln, das dieRessourcen und Strukturen der Fakultät den vorhandenenSchwerpunkten optimal zuordnet und sich nach außen vernetzen und effektiv umsetzen lässt,
  • wobei es ihre Absicht ist, auf diese Weise die internationale Rolle und Anziehungskraft der Fakultät zu erhöhen,
  • gleichzeitig das Potenzial für Kooperationen im Wiener Raum verstärkt zu nutzen, und
  • die Zusammenarbeit mit der Katholisch-Theologischen Fakultät insbesondere auszubauen, um die Universität Wien zu einem international attraktiven Standort für ökumenische Theologie zu entwickeln.

Ihre Ziele sucht die Fakultät durch die zwei Forschungsfelder "Quellen des Christentums" und "Religion und Theologie in einer multikulturellen Gesellschaft", die jeweils zwei bzw. vier fokussierte Forschungsschwerpunkte umfassen, zu erreichen:

Quellen des Christentums:
Interpretation der Quellen des Christentums im Kontext der antiken Welt

Die Bibel ist die Hauptquelle des Christentums und ein zentrales Dokument abendländischer Kultur und Geistesgeschichte.Daher ist die textwissenschaftliche Erforschung dieser Schriften für die evangelische Theologie unverzichtbar.

Quellen des Christentums:
Biblische und christliche Archäologie

Dieser Schwerpunkt fokussiert auf die für die Interpretation der Quellenschriften notwendigen hermeneutischen Bedingungenund verlangt eine interdisziplinäre Kooperation der alttestamentlichen und neutestamentlichen Wissenschaften,der Kirchengeschichte sowie der biblischen und christlichen Archäologie, wobei die archäologische Tradition der Fakultätweiter ausgebaut werden soll.

Religion und Theologie in einer multikulturellen Gesellschaft:
Bibelrezeption im Kontext der Moderne

Die Bibelrezeption im Kontext der Moderne und ihre hermeneutische Fragestellung haben seit dem 2. Weltkrieg insbesondere für die Evangelische Theologie an Bedeutung zugenommen, wobei deren Aspekte nur interdisziplinär zu erforschen sind.

Religion und Theologie in einer multikulturellen Gesellschaft:
Wahrnehmung von Religion in der pluralen Gesellschaft

Die Gottesfrage im Blick auf die Theologie der Religionen sowie in der säkularisierten westlichen Gesellschaft hat in der Forschung seit dem Zweiten Weltkrieg zunehmend an Bedeutung gewonnen, vor allem in religionsphilosophischer Hinsicht. Für die systematische Erforschung von diesem Fragenkomplex sprechen sowohl die erbrachten Leistungen als auch die Widmung von Professuren der Fakultät.

Religion und Theologie in einer multikulturellen Gesellschaft:
Protestantismus in Südosteuropa und in der Ökumene

Der Protestantismus im südosteuropäischen Raum, ihre Geschichte, Entwicklung und Bedeutung ist ein Proprium der Evangelisch-Theologischen Fakultät spezifisch an der Universität Wien und stellt in einem besonderen Sinn den Genius Loci dar. In dieser Hinsicht hat die Fakultät eine führende Rolle in diesem Bereich übernommen.

Religion und Theologie in einer multikulturellen Gesellschaft:
Theologie und Ethik im Diskurs der Wissenschaften

Seit geraumer Zeit steigt der gesellschaftliche Bedarf an ethischer Urteilsbildung, die aber zugleich durch den modernen Pluralismus erschwert wird. Fortgesetzt werden soll die Zusammenarbeit mit der Katholisch-Theologischen Fakultät auf den Gebieten der ökumenischen Ethik sowie der Bio- und Medizinethik. Der Fokus liegt auf Fragen der Anthropologie sowie der interreligiösen Medizin- und Pflegeethik.

Priorisierung der Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsschwerpunkte der Fakultät sind wie folgt priorisiert: An erster Stelle sind ex aequo die Forschungsschwerpunkte Interpretation der Quellen des Christentums im Kontext der antiken Welt, Biblische und christliche Archäologie, Wahrnehmung von Religion in der pluralen Gesellschaft sowie Theologie und Ethik im Diskurs der Wissenschaften gereiht, danach folgen (in dieser Reihenfolge) die Forschungsschwerpunkte Bibelrezeption im Kontext der Moderne sowie Protestantismus in Südosteuropa und in der Ökumene.Verzeichnis ausgewählter Publikationen zu den Forschungsschwerpunkten der ETF